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21Sep

Ene Mene Muh – Bericht zur Podiumsdiskussion

Letzten Samstag war ich ja ja auf unserer Podiumsdiskussion. Hier ein Bericht von  Bündnis 90/ die Grünen, Kreisverband Fürth:

Welche Chancen haben Mädchen,
welche haben Jungen in unserer Gesellschaft ?
Dieser Frage gingen bei der Podiumsdiskussion der Grünen am Samstagabend Expertinnen und Experten aus Erziehung, Bildung, Wissenschaft und Politik nach.

Nach Ansicht von Prof. Gunther Moll, Leiter der Abteilung für Psychische Gesundheit am Universitätsklinikum Erlangen und Leiter der psychiatrischen Tagesklinik für Kinder und Jugendliche am Klinikum Fürth, ist nur ein Drittel unserer Kinder im derzeitigen Schulsystem an den Schulen gut aufgehoben. Ein zweites Drittel hängt gelangweilt an Busstationen herum und konsumiert Alkohol. Beim letzten Drittel wachsen Widerstandsgeist und Hass; sie weichen aus in die virtuelle Welt der Medien mit den aggressiven Spielen, die dort angeboten werden. Hier entsteht ein explosives Potential für die Gesellschaft.
Bedrückende Aktualität gewinnt das Ganze im Amoklauf von Ansbach.

Das eigentliche Thema von Prof. Moll war die Pubertät, nach ihm sind die pubertierenden die wahren Helden. Sie sind mutig wie nie mehr im Leben, doch sie treffen auf eine Gesellschaft, in der alles von der Generation der 50 – 55 jährigen vorgegeben ist. ihre Fantasie und Kraft ist nicht gefragt, und ihre Energie gelangt oft in falsche Kanäle. Deshalb möchte Moll, dass Kinder und Jugendliche Schule aktiv mitgestalten. Er fordert statt der vielfachen Aufteilung unseres Schulsystems mit mangelhafter Durchlässigkeit eine offene Schule.Insgesamt warnt er vor zu starker Verschuldung.
Seit längerem ist im Gespräch, dass Jungen in den Schulen schlechter Abschneiden als Mädchen. Markus Braun (SPD) ehemaliger Schulleiter der Rosenschule und derzeitiger Schulreferent führt aus, dass Mädchen auf der Überholspur sind, während Jungen den Rekord halten bei verspäteter Einschulung, beim Sitzenbleiben und als Schulabbrecher. Der Kinder- und Jugendbericht stellt fest, wir haben ein Jungenproblem. Derzeit gibt es zu wenig männliche Lehrerkräfte, die Vorbild sein können.
Gut ausgebaute Ganztagsschulen mit rhythmisiertem Unterricht mit Wechsel von Lernen und Freizeit sind nötig. Das G8 entspricht diesem in keinem Fall, es ist vielmehr eine Aneinanderreihung von harten 45 Minutensequenzen. Zudem wäre eine längere gemeinsame Schulzeit für die Jungen förderlicher, da sie viele Kompetenzen erst später entwickeln. Die Klassenstärken sind erheblich herabzusetzen. Das bedeutet ein mehr an Lehrerinnen und Lehrern.
Auf andere Aspekte lenkten die Sozialpädagoginnen Ilona Laitenberger und Semra Tandogan-Sunar von der Erziehungsberatungsstelle Fürth das Augenmerk. Für den Bereich der Migrantenkinder stellten sie heraus, wie wichtig die muttersprachliche Grundbildung ist. Deshalb wäre auch die Forderung nach muttersprachlichen Vorlesestunden in den Kindergärten von Nöten. Wichtig ist aber auch die Beratung und Elterngespräche z.B. auf türkisch oder russisch für Eltern, die das Deutsche nicht ausreichend beherrschen. Sie wiesen darauf hin, dass ein anderes Verständnis der Schule in den Herkunftsländern vorhanden ist: Mit Beginn der Schule liegt dort die Erziehung der Kinder in der Hand der Schule, hierzulande ist die Unterstützung durch die Eltern mitbestimmend für den Schulerfolg des Kindes.
Für Ekin Deligöz (Die Grünen) Vorsitzende der Kinderkommission des Deutschen Bundestages, im Vorstand von UNICEF ist eine wesentliche Forderung die Aufnahme der Kinderrechte in die Deutsche Verfassung. Denn vielen der Kinder werden ihre Rechte vorenthalten; sie einzuklagen ist ihnen kaum möglich.
Einige Projekte, die in Fürth bisher laufen z.B. „Starke Eltern – starke Kinder“ sind nicht dauerhaft finanziell abgesichert. In die gleiche Richtung geht die Forderung nach Familienhebammen, die Familien schon vor der Geburt des Kindes unterstützen, beides dient der Stärkung der Elternkompetenz.

Kinder haben ein Recht auf Kinderkrippen und Kindergärten in ausreichender Zahl mit kleinen Gruppen und entsprechend ausgebildeten Erzieherinnen und Erziehern. Schulklassen mit nur 15-20 Kindern sowie eine bessere Raumausstattung und viel Freifläche. Diese Forderungen wurden von allen Podiumteilnehmerinnnen und Teilnehmern mitgetragen. Zur Finanzierung ist Geld nötig: Dazu hat Ekin Deligöz einen detaillierten grünen Vorschlag. Der Solifond wird zum Bildungssoli, damit wird auch der Staat auf dem Bildungssektor in die Verantwortung genommen. Statt Geld in Beton zu stecken, ist es besser im Bildungs- und Erziehungssektor investiert.

14Sep

kurz notiert: Ene Mene Muh – und raus bist du

Wir laden ein zu einer Podiumsdiskussion:

Ene Mene Muh – und raus bist du

Neue Sicht der Pubertät – Freiräume und Aggression
Professor Dr. Gunther Moll, Uni-Erlangen

Erziehungsvorstellungen in Migrantenfamilien
Sempra Tandogan-Sunar und Ilona Laitenberger Dipl. Sozialpädagoginnen (FH), Erziehungsberatungsstelle

Unterschiedliche Lernerfolge von Buben und Mädchen in unserem Schulsystem.
Markus Braun, 2. Bürgermeister und Schulreferent von Fürth

Politische Handlungsmöglichkeiten
Ekin Deligöz
Mitglied des Deutschen Bundestages
Vorsitzende der Kinderkommission des Bundestags

gemeinsames Fazit

Gaststätte Grüner Baum, Gustavstr. 34, Fürth
Samstag, den 19.9.09, 19:30 – 22.00 Uhr
(Einlass 19:00) Uhr

06Sep

Gemeinsam länger lernen

Gestern hatte ich zwei sehr interessante Gespräche in Erlangen zum Thema Bildung. Am Infostand würde ich von einer unentschlossenen Wählerin gefragt, wie ich ihr die Grünen den schmackhaft machen könnte. Ich fragte erstmal nach, welches Thema sie den besonders interessiert: Bildung. Ich möchte dieses Thema nun hier auch  noch einmal aufgreifen.

Ein Hauptpunkt unseres Wahlprogramms ist der Bildungssoli. Bessere Bildung gibt es nicht ohne mehr Aufwand, auch finanziellen Aufwand. Wir wollen z.B. den “Soli” zum Teil in einen Bildungssoli umgestalten. Um mehr finanzielle Mittel für Bildung zur Verfügung zu stellen. Das stößt auch immer bei einem Infostand auf breite Zustimmung.

Außerdem setzen wir Grünen uns für das längere gemeinsame Lernen ein. Damit keiner auf der Strecke bleibt. Dieses Argument führte gestern zu kontroversen, dass bremst doch die besseren Schüler. Ein Schüler erklärte unser Bildungssystem in Bayern funktioniert doch.

Auf die Argumente möchte ich nun gern nochmal eingehen. Ich habe mal nach recherchiert, wie gut die Bildung hier vor Ort funktioniert. Die Strukturdaten zum Wahlkreis Fürth und Erlangen geben dazu einen guten Überblick. Dort stehen die Absolventen des Schulwesens:

In Fürth haben 2002 nur 20,4 % der Abgänger mit dem Abitur die Schule verlassen, in Erlangen 30,9 %. Ohne Abschluß waren es in Fürth 11 % und in Erlangen 10,8 %. Diese Zahlen zeigen, dass das Bildungssystem eben nicht funktioniert. In Erlangen sehen die Zahlen mit Abi zwar noch besser aus, aber auch hier ist zu Bedenken, das in einer Universitätsstadt auch mehr Kinder von Akademikern gibt.

Das zeigt ziemlich deutlich, dass Kinder länger gemeinsam lernen sollten. Damit Kinder miteinander, aber auch von einander lernen können. Den Chancengleichheit im Leben fängt mit einer gleich guten Bildung an.

Dazu unser Wahlprogramm:
Gerade das frühe Sortieren der Kinder auf unterschiedliche Schultypen verbaut Entwicklungschancen, demotiviert und nimmt vielen Kindern schon frühzeitig die Lust am Lernen. Mit Elementen wie dem Sitzenbleiben, der frühen Selektion sowie Notenvergabe statt differenzierter Leistungsbewertung ist unser Schulsystem derzeit zu sehr auf Ausgrenzung und Bestrafung ausgerichtet, anstatt Neugier und Forscher drang zu fördern.

Wer GRÜN wählt, …
• … wählt den Bildungssoli zur Finanzierung besserer Bildung.
• … fördert Ganztagsschulen für alle.
• … stimmt gegen Studiengebühren und für eine gerechte Finanzierung des Lebensunterhalts für Studierende.
• … schafft 500.000 zusätzliche Studienplätze und verbessert die Qualität von Lehre und Studium.
• … bringt mehr Frauen auf die Lehrstühle und macht Wissenschaft zu einem attraktiven Beruf.

Bundestagswahlprogramm 2009
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Wer noch mehr über Grüne Bildungspolitik erfahren möchte, findet Infos im Wahlprogramm ab Seite 99.

Links
Strukturdaten Wahlkreis Fürth
Strukturdaten Wahlkreis Erlangen
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